BUND Hochrhein

Aufruf zur Meldung der Asiatischen Hornisse

04. Juni 2024

 (Muséum de Toulouse, CC BY-SA 3.0)

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist zum ersten Mal 2014 in Baden-Württemberg nachgewiesen worden, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit. 2022 wurde ein Sekundärnest in der Triregio das erste mal nachgewiesen. In 2023 wurden schon 20 dieser Hauptnester gefunden und grösstenteils entfernt. Die Asiatische Hornisse ist ein Neozoen und breitet sich nun auch im Kreis Lörrach aus.

Bienen (Apidae) gehören vor allem im Sommer und Herbst zur bevorzugten Beute von Vespa velutina. Durch das Auftreten von Vespa velutina kann es zur Schwächung oder im Extremfall sogar zum Verlust von Bienenvölkern kommen. Berichte aus bereits stark befallenen Ländern zeigen, dass Vespa velutina auch in Wein- und Fruchtkulturen massive Schäden anrichten kann. Die Gefahr durch Vespa velutina für den Menschen ist nicht höher als durch einheimische Hornissen oder Wespen. Um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu verlangsamen, ist eine möglichst frühe Erkennung weiterer Ansiedlungen notwendig. Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt. Die Behörden in der Region arbeiten eng für die Entdeckung und Entfernung von Vespa velutina Nestern zusammen. Dabei sind sie weiterhin auf Meldungen von Personen angewiesen, die sich viel im Offenland und im Wald aufhalten.

Die Asiatische Hornisse baut zwei Nester. Das im Frühjahr von der Königin gebaute, etwa Handballen große Gründungsnest (Primärnest) hängt meist in Schuppen oder Sträuchern, teils aber auch in Bodennähe. Die Filialnester (Sekundärnest) werden im Sommer gebaut und befinden sich meist in mehr als zehn Metern Höhe freihängend in Bäumen. Das Einflugloch befindet sich immer seitlich am Nest. Die Nester können bis zu einem Meter Höhe erreichen. Die Behörden bitten von April bis Anfangs Juli vor allem um Beobachtungen von Hecken, Unterständen, Vordächern und ähnlichen geschützten Stellen. Dort könnte sich ein Vornest (Primärnest) befinden.

Im Vergleich zu unserer heimischen und geschützten Europäischen Hornisse sind die Völker der Asiatischen Hornisse bedeutend größer. Ein zweites Nest, das Asiatische Hornissen im Sommer bauen, kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen und bis zu 2.000 Arbeiterinnen und 500 Geschlechtstiere beherbergen. Häufig hängt dieses kugelförmige sogenannte Sekundärnest hoch oben in Baumkronen und wird nicht oder erst nach dem Laubfall entdeckt. Für die Larvenaufzucht benötigen Asiatische Hornissen proteinhaltige Beute, die im Spätsommer und Frühherbst zu einem Großteil aus Honigbienen bestehen kann. Imker verfolgen deshalb die Ausbreitung mit Sorge. Welche Auswirkungen die Asiatische Hornisse auf heimische Arten wie zum Beispiel Wildbienen hat, ist zurzeit noch nicht bekannt.

Bitte melden sie begründete Verdachtsfunde auf der Meldeseite des Landes Baden-Württemberg oder bei der Unteren Naturschutz Behörde des Landkreises.

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