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BUND Hochrhein

Der BUND fordert:

  • eine komplette und ordentliche Sanierung aller Altlasten!

Sanierung der Chemischen Altlast in Grenzach-Wyhlen durch die Firmen BASF und Roche.

Copyright: Thomas Dix

In Grenzach-Wyhlen wird die Sanierung problematischer Chemiealtlasten auf einer Industriebrache unterschiedlich angegangen, wobei der eine Teil der Fläche von der Firma Roche, der andere von der BASF saniert wird. Die Firma Roche verfolgt mit der Ausräumung der Deponie Kesslergrube ein nachhaltiges Konzept zur  Sanierung der Chemiealtlasten in Grenzach, indem dieser Teil der Altlast vollständig ausgehoben, in einer externen Spezialanlage verbrannt und die dekontaminierte Schlacke wieder für Bauzwecke verwendet werden kann. In direkter Nachbarschaft verfolgt die BASF ein unterschiedliches Konzept, die sogenannte „Einkapselung“, bei dem die hochgiftige Chemiealtlast der Kesslergrube im Trinkwassereinzugsgebiet von Basel lediglich auf zweifelhafte Weise eingespundet wird. Dabei muss allfälliges eindringendes Grundwasser ständig (ewig?) abgepumpt werden. (Zieht sich die Firma ganz aus der Fläche zurück, wird das ständige Pumpen wahrscheinlich an der öffentlichen Hand hängen bleiben).  Der  BUND vor Ort wendet sich gegen diese scheinbare  „Billiglösung“ der BASF.  Diese Firma behauptet, dass die beiden Techniken der  totalen Ausräumung  wie auch der einfachen Sicherung durch sog. „Einkapselung“ trotz enormer Unterschiede im kurzfristigen Aufwand  gleichwertig und gesetzeskonform seien. Diese Auffassung wird von den bisher involvierten Behörden leider geteilt. Im Altlasten-Recht kundige Juristen sehen das allerdings anders. 

 

Wir halten eine weitere Deponierung der Altlast der BASF mit zweifelhafter Sicherung nach bereits etwa 50-jähriger Lagerung  für nicht länger akzeptabel.  und haben uns daher zu einer Klage gemäß unserer Zielsetzung entschlossen. Wir wollen auch  politischen Druck auf den Gesetzgeber  auf Bundes- und Landesebene ausüben und benötigen dazu die Unterstützung möglichst vieler, umweltbewusster Menschen. Dieser problematische Fall ist symptomatisch für andere Altlastenfälle in unserer Region, denn am Hochrhein findet ein Strukturwandel statt,  in dessen Folge an vielen Standorten Altlasten aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu den 70-ern mit dem Risiko eines Verschleppens oder gar eines unverantwortlichen Ausstiegs der Eigentümer saniert werden müssen.  

Der BUND hat sich mit Anderen zum Thema Chemie-Altlasten vernetzt und wird weiterhin seine grundsätzliche Kritik an einer nicht-nachhaltigen Behandlung der Altlasten in der Kesslergrube und anderswo einbringen. 

Kontakt

Dr. Herwig Eggers

Vorsitzender
Bärenfelsstraße 7 79639 Grenzach-Wyhlen E-Mail schreiben Tel.: 07624 / 23 50

Die Kesslergrube

Die Kesslergrube besteht aus mehreren ehemaligen Kiesgruben, die mit allerlei Stoffen verfüllt wurden. Darunter Bauschutt, Hausmüll, aber auch Abfälle der Chemieindustrie. Diese Mischdeponie sorgt nun schon seit langem für Aufsehen. Nur einer der Eigentümer  ist  jedoch bereit die Deponie in einem konkreten Zeitraum in dieser Generation zu sanieren.  

Die Firma Hoffmann la Roche saniert ihren Teil der Grube (1/3) komplett.  Die beauftragten Spezialfirmen heben die Fläche vollständig aus und verfüllen mit sauberem Erdmaterial, sodass die Fläche später bedenkenlos und vielseitig genutzt werden kann. Die Abfälle  aus der Deponie werden  nach dem Ausheben sorgfältig entsorgt und soweit  wie möglich recycelt.  

Die Verantwortlichen der BASF gehen anders an die Sache ran. Sie wollen die restliche Fläche von oben und seitlich abdichten und nennen diese Maßnahme eine Einkapselung, obwohl durch den porösen Muschelkalk-Untergrund weiterhin viel Wasser permanent einströmt.  Für die Entwässerung und Reinigung  des verunreinigten Grundwassers muss eine aufwändige Anlage gebaut und dauerhaft in Betrieb gehalten werden. Man könnte nun denken "naja, wenigstens etwas", aber betrachtet man die Situation genauer, ist es keine Option. Die Sicherung durch eine Einkapselung verschiebt die sehr teure Sanierung in die Zukunft.  

Wir müssen jetzt handeln. Noch in dieser Generation muss die Deponie ordentlich saniert werden. Denn wer weiß schon wie lange diese Einkapselung hält? Und was passiert, wenn es leckt? Wer saniert und überprüft die Anlagen und für wie lange soll das dann aufrecht gehalten werden?

Wir vom BUND fordern eine komplette, ordentliche Sanierung.
Nach dem Motto: Heute mehr Geld in die Hand nehmen, sodass das Problem morgen gelöst ist und man die Fläche wieder nutzen kann. 

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