BUND Hochrhein

Frühlingszeit ist Gartenzeit

28. April 2021 | Lebensräume, Naturschutz, Schmetterlinge, Wildbienen

Mit ein paar Handgriffen und Tricks kann der heimische Garten zu einem wertvollen und gesunden Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden.

 (Sarah Graf)

BUND: Ökologisch und naturnah gärtnern für die Artenvielfalt

Auch wenn der Frühling dieses Jahr etwas verspätet startet, gibt es im eigenen Garten oder auf dem Balkon schon einiges zu tun. Mit ein paar Handgriffen und Tricks kann der heimische Garten zu einem wertvollen und gesunden Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. Würde jede*r Besitzer*in oder Mieter*in seinen*ihren Garten naturnah und ökologisch anlegen, wäre schon viel für die Natur geschafft.

Ökologisch gärtnern hilft nicht nur Bienen, sondern vielen Insektenarten, Vögeln und vielen weiteren tierischen Gartenbesuchern. Gärten erfüllen so mehrere Zwecke: Sie sind schön anzusehen, eine Oase für unsere Erholung und nützlich für den Erhalt unserer Biodiversität.

Klimafreundlich gärtnern – ohne Torf

Jetzt im März ist der ideale Zeitpunkt überwinternde Pflanzen und Kübelpflanzen zurückzuschneiden, in frische Erde umzutopfen und neue Obstbäume oder Beerensträucher zu pflanzen. Doch Gärtner*innen sollten auch auf das Klima achten und ausschließlich torffreie Pflanzenerde einsetzen.

Die meisten Blumenerden bestehen überwiegend aus Torf – dem Stoff, aus dem die Moore sind. Ein Torfabbau von zwei Metern zerstört ein Werk der Natur von 2.000 bis 5.000 Jahren. Lange Zeit wurde die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz unterschätzt. Dabei werden allein in Deutschland durch Trockenlegung und Abbau jährlich 42 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, was 4,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands entspricht. Millionen Gärten in Deutschland befeuern ganz unnötig mit dem Einsatz von Torf die Klimaerhitzung.

Vielfalt bewahren durch samenfestes Saatgut

Auch die ersten Gemüse- und Kräutersamen können ab März ins Beet. „Achten Sie beim Kauf von Saatgut auf samenfeste Sorten, die Sie auch selbst vermehren können. Wenn F1 auf dem Tütchen steht, handelt es sich um Hybridsaatgut, dieses kann nicht vermehrt werden,“ gibt XY zu Bedenken. Samenfestes Saatgut bildet auch im Folgejahr ähnliche Merkmale aus wie die Mutterpflanze.

Wer früher seinen Großeltern im Garten geholfen hat, erinnert sich bestimmt daran, dass es üblich war, von ausgereiften Pflanzen Samen abzunehmen, zu trocknen und im nächsten Jahr neue Pflanzen daraus zu ziehen. So hat man über Jahrtausende eine große Vielfalt an unterschiedlichem samenfestem Saatgute genutzt. Das Saatgut konnte sich an die Standortbedingungen anpassen und dadurch immer robuster werden. Es ist eine unschätzbare Vielfalt von Kulturpflanzen entstanden. Zudem machen Sie sich so von Konzernen unabhängig.

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